Anne Galle

Pressestimmen (Auswahl)

 

 

 

...bringt die Autorin ein Thema zur Sprache, das auch heute noch vielfach tabuisiert oder verdrängt wird: Elga, die Hauptfigur des Buches, und ihre Geschwister haben keine glückliche Kindheit. Sie wachsen in den Kriegsjahren auf, später leiden sie unter ihrem jähzornigen, selbstgerechten Vater, der seine Kinder grundlos schlägt, demütigt und bestraft... Als längst erwachsene Frau holen Elga die Kindheitserinnerungen ein, sie gerät ins Straucheln.

 

Jeversches Wochenblatt, Mai 2010

 

 

..."Rabenzeit" ist aber weit mehr, als nur eine Familiensaga, die von jenen fernen Zeiten berichtet, da Vatern noch das Sagen hatte. Gewalt in Familien ist -leider- immer noch ein äußerst aktuelles Thema.

 

Evangelische Sonntags-Zeitung, Juni 2010

 

 

...Statt weiter brav die geduldige Ehefrau zu mimen, entscheidet sie sich gegen das konventionelle Rollenbild und für ein Leben auf eigenen Beinen. Und endlich verstummt das Krächzen der Raben. In Anlehnung an das Märchen "Die sieben Raben" der Gebrüder Grimm erzählt Galle vom Mut, einen Neuanfang zu wagen und Gewohntes abzulegen.

 

Märkische Allgemeine, Potsdam, Juni 2010

 

 

...Der Tod des Vaters und der Bruch des geliebten kleineren Bruders mit der Familie bringt längst Verdrängtes wieder zum Vorschein: der gewalttätige Vater, die Doppelmoral ihrer Kindheit. Mit Blick auf ihre Vergangenheit ergründet sie (Elga) daraufhin Gegenwart und Zukunft. Will sie so weitermachen wie bisher? Viel wichtiger, als die Art, wie Anne Galle erzählt, ist das, was sie erzählt. Ein Portrait einer im Krieg geborenen Frau, die erst spät die wahren Fesseln in ihrem Leben erkennt. Leitmotiv sind dabei die Raben, die anders als im Märchen nicht als Unglücksbringer für Elga fungieren.

 

Augsburger Allgemeine, September 2010

 

 

...Wie diese Sinnsuche ausgeht, ob Elga sich gegen das falsche Vorbild der Mutter durchsetzen und die Traumatisierung durch den Vater überwinden kann, schildert dieses Buch. Anne Galles Erzählung berührt, ohne sentimental zu werden, mit dem dichten Verweben eines Kinderschicksals und dessen Auswirkungen auf das Leben der erwachsenen Frau. Sie klagt an, ohne außer Acht zu lassen, dass auch die Elterngeneration gezeichnet ist durch die Grauen des Krieges und eine Zeit, die falsche Ideale zu Götzen werden ließ. Brillant herausgearbeitet die Beweise für die These, dass sich negative Verhaltensmuster in den Kindern und Kindeskindern wiederholen...

 

Sabine Prilop in "Wortnetz", Zeitschrift des VS Niedersachsen/Bremen, November 2010

 

 

...Die immer herrschende Angst vor dem jähzornigen, engstirnigen, im Krieg verwundeten Vater, die schweigende, niemals helfende Mutter - all dem kehrt Elga den Rücken zu, wagt einen Neuanfang. Aufgerüttelt durch das Verhalten ihres Bruders, beginnt auch Elga über sich selbst, ihre Kindheit, ihr ganzes bisheriges Leben nachzudenken.
Galle lässt in "Rabenzeit" eigene Erlebnisse einfließen.  Sie wurde im Kriegsjahr 1939 im heutigen Rheinland-Pfalz geboren und erlebte die Schrecken des Krieges am eigenen Leib. Die Angst der Erwachsenen, den fremd gewordenen, strengen Vater. Dadurch schafft sie es, Elgas Situation eindringlich und genau zu schildern.

 

Fabienne Ecker in Pfälzischer Merkur, Januar 2011